
Kronen Zeitung
„WIE SEHR FEHLEN ...“
Manninger zog kurz vor Tragödie emotionale Bilanz
Nur wenige Tage vor seinem tragischen Tod hatte Alexander Manninger der „Gazzetta dello Sport“ noch ein Interview gegeben. Der ehemalige ÖFB-Torwart zog dabei ein emotionales Fazit über seine sportliche Karriere und rechnete dabei auch mit dem „modernen Fußball“ ab. „Ach, wie sehr fehlen Persönlichkeiten wie Del Piero, Buffon und Co …“, klagte der 48-Jährige abschließend.
Anfang April hatte Manninger mit der „Gazzetta dello Sport“ eines seiner letzten Interviews geführt (mit der „Krone“ sprach er wenige Tage später noch ein letztes Mal) und sich dabei an Meilensteine seiner Fußball-Karriere erinnert. So sprach er etwa über seine Zeit bei Juventus Turin, Arsenal, Siena und Liverpool, sowie über viele bekannte Weggefährten, mit denen er diese Jahre erlebt hatte.
Besonders lobend hob er dabei etwa Torhüter-Legende Gianluigi Buffon hervor. „Er hat mir seine Größe nie vor Augen geführt. Ich war immer wieder erstaunt über seine Gelassenheit. ‘Wie machst du das nur, Gigi?‘, habe ich ihn immer gefragt. Ich fühle mich geehrt, mit ihm und generell bei Juventus gespielt zu haben“, so Manninger.
Wunsch blieb unerfüllt
Auch zu einer weiteren Juve-Legende hatte der ehemalige ÖFB-Torwart ein gutes Verhältnis. Gegen Alessandro Del Piero hatte er sich häufig Elfmeter-Duelle nach dem Training geliefert, erinnerte sich Manninger im Interview. Zum Italiener blieb der Kontakt auch in den kommenden Jahren bestehen. „Ale ist auch ein großartiger Golfer, wir telefonieren ab und zu, um darüber zu reden“, verriet der gebürtige Salzburger.
„Früher oder später werden wir gegeneinander antreten, so wie wir es bei Juventus bei Elfmetern und Freistößen gemacht haben“, ergänzte Manninger – ein Wunsch der leider unerfüllt bleiben muss.
Emotionaler Moment bei Liverpool
Schöne Erinnerungen hatte der 48-Jährige auch an seine finale Profi-Station unter Trainer Jürgen Klopp bei Liverpool. „Den Fußball zu verlassen und mich von den Fans der Kop zu verabschieden, war ein bewegender Moment“, schwärmte Manninger.
Abschließend rechnete der 48-Jährige auch noch mit dem modernen Profi-Fußball ab. „Der Fußball von heute ist nur noch Mode und Geschäft, ich hingegen habe nicht einmal Instagram, stell dir das mal vor. Ich bin glücklich in meinem Frieden und in der Einfachheit. Heute denkt man in den Umkleidekabinen mehr an die Frisur und an Posts, die man machen muss, als daran, hart zu arbeiten. Ach, wie sehr fehlen Persönlichkeiten wie Del Piero, Buffon und Co...“
Von Lokalbahn erfasst
Nur wenige Tage später folgte der tragische Tod des ehemaligen ÖFB-Torwarts. Manninger war am frühen Morgen des 16. April mit einem modernen VW-Minivan unterwegs – alleine, ohne Beifahrer. Gegen 8.20 Uhr wollte er mit seinem Pkw einen kleinen und ungeregelten Bahnübergang überqueren.
Eine Garnitur der Lokalbahn erfasste dabei den silbernen VW, riss das Fahrzeug mit voller Wucht mehrere Meter mit. Schwerst beschädigt kam der Kleinbus zum Stillstand. Passanten eilten Manninger zu Hilfe, befreiten ihn aus dem Pkw-Wrack. Der 48-Jährige war da schon nicht mehr bei Bewusstsein, erste Reanimationsversuche blieben leider erfolglos.
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