
Kronen Zeitung
NACH RAKETEN-EKLAT:
Rapid lässt Fans bei Auswärts-Derbys daheim
Rapid lässt künftig die eigenen Fans bei Auswärts-Derbys daheim. Von sich aus. Das ist eine erste Reaktion der Hütteldorfer auf den Raketen-Eklat vom Sonntag im Wien-Favoriten.
„Bei allem Verständnis für den Frust und die Enttäuschung über die sportliche Negativserie, deren rasche Beendigung das erste Ziel aller Grün-Weißen ist, ist es nicht akzeptabel, dass sich dies in gefährlichen Aktionen wie dem Abfeuern von Böllern oder Leuchtraketen entlädt“, beginnt Rapid am Montag die entsprechende Aussendung. Erste konkrete Maßnahme: Der Klub werde „bei Auswärtsderbys bis auf Weiteres davon Abstand nehmen, das Kartenkontingent für den Gästesektor abzurufen“. Heißt: keine Rapid-Fans bei Auswärts-Derbys. Das hatten wir schon einmal. Bis Sonntag.
Wrabetz appelliert an Zusammenhalt
„Wir bedauern diese Vorfälle und distanzieren uns in aller Deutlichkeit davon. Durch das gestrige Fehlverhalten von einer kleinen Minderheit der Anhängerschaft wird dem SK Rapid in einer ohnehin sehr schwierigen Situation zusätzlich geschadet und wir appellieren an alle Rapidlerinnen und Rapidler zum Zusammenhalt“, sagt Klub-Präsident Alexander Wrabetz: „Nur gemeinsam wird es möglich sein, den aktuellen sportlichen Negativlauf zu stoppen und in eine positive Zukunft zu gehen.“
Es ist die erste Reaktion des Klubs aus eigenem Antrieb auf die Vorfälle vom Sonntag. Die Strafe der Bundesliga steht noch aus. Erwartet werden eine Sektorensperre und eine Geldstrafe.
Schnauze voll
„Wir wollen Rapid sehen“, hatten die erstmals seit den Derby-Vorfällen im September 2024 wieder zugelassenen Auswärtsfans zunächst skandiert, als sich das zwölfte sieglose Pflichtspiel in Folge bedrohlich ankündigte, hieß es kurz vor dem Eklat nur noch: „Wir haben die Schnauze voll.“ Der weiter sieglose Trainer Johannes Hoff Thorup merkte an, dass er die Enttäuschung der Fans verstehe. „Aber natürlich darf sich die Frustration nicht so zeigen wie am Ende des Spiels“, so der Däne. Just in der 90. Minuten waren mehrer Raketen aufs Spielfeld geflogen, hatten eine Unterbrechung des Matches erzwungen. Die restlichen vier Minuten wurden noch zu Ende gespielt. Zumindest ging‘s dann ruhig zu Ende. Die Nachwehen sind aber wohl noch lange nicht vorbei.
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